06. Oktober 2021

Interview: Hinter den Kulissen von „WARUM? DARUM.“

Ob auf dem Dach des swb-Kraftwerks, im Inneren des Fallturms oder auf der Bühne der bremer shakespeare company – unsere Kollegen Dustin, Michel und Niklas sind für die Jubiläums-Kampagne der Uni Bremen ganz schön rumgekommen. Welche Orte sie inszenieren durften, mit welchen Herausforderungen sie dabei zu kämpfen hatten und welche Fotoshootings ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind, verraten die drei im Interview.



Hallo Dustin, Michel und Niklas. Ihr habt in den vergangenen Wochen die Fotoshootings für „WARUM? DARUM.“ gemacht. Beschreibt doch mal, worum es bei der Kampagne geht.

Niklas: Die Uni Bremen feiert in diesem Jahr ihren 50.Geburtstag und hat dieses große Ereignis als Anlass genommen, die enge Verzahnung der Universität mit der Stadt in den Fokus zu rücken.

Michel: 50 Bremer Orte mit Verbindung zur Uni – 50 Fotografien, das ist das Grundgerüst. Die Kampagne macht das große Uni-Netzwerk und den Einfluss der Uni in der Stadt sichtbar. Wir erzählen in sehr unterschiedlichen Bildern, wo überall die Uni Bremen drinsteckt. Auch an Orten, an denen man das vielleicht erstmal nicht vermuten würde.

Für die Fotos habt ihr die WARUM-Buchstaben an ganz verschiedenen Orten inszeniert. Im 120 m hohen Innenraum des Fallturms aufgehängt, in einem Bienenstock unter echten Bienen eingesetzt und in einem Aquarium versenkt. Wie sind die Bildideen entstanden?

Michel: Zum einen aus Gesprächen mit den Ansprechpartner:innen der verschiedenen Orte. Zum anderen haben wir uns mit dem GfG-Team jeden der 50 Orte angeguckt und überlegt, wie sich dieser Ort und die Geschichte dazu im Bild inszenieren lässt.

Ein Ort, den nur Wenige zu sehen bekommen: Das Shooting für das Forschungszentrum ZARM fand im Inneren des Fallturms statt.

Was war jeweils eure Rolle in dem Projekt?

Michel: Mein Job als Fotograf war es, diese Ideen mitzuentwickeln und dann im Bild zu verwirklichen. Und ich durfte den Transporter fahren.

Dustin: Niklas und ich haben Michel beim Transport der Buchstaben und beim Aufbau am Set unterstützt. Wenn die Models noch nicht da waren, hat Michel uns auch gerne mal als Platzhalter eingesetzt, um die besten Positionen zu finden.

Michel Iffländer

Dustin Schröder

Niklas Haukenfrers

Die Fotoshootings haben euch einiges abverlangt – was waren die größten Herausforderungen?

Dustin: Die großen Buchstaben waren eine Herausforderung, wie man sich vielleicht vorstellen kann. Sie sind zwar aus Styropor und nicht besonders schwer, aber dafür passen sie durch kaum ein Treppenhaus.

Die sperrigen Buchstaben lassen sich nur schwer transportieren. Die Schauspieler:innen aus dem Theater Bremen schafften es aber mit der gewohnten Anmut.

Niklas: Was das Set angeht, hatte es das Shooting beim Universum® Bremen besonders in sich. Mit einem Paddelboot auf dem Tümpel zu schippern, hat sich im Vorfeld entspannter angehört, als es dann am Ende war.

Michel: Und zu den besonderen Herausforderungen vor Ort kam dann manchmal noch hinzu: Wetter, das nicht mitspielt – Zeit, die uns davonläuft – Ideen, die wir erst beim Shooting auf ihre Umsetzbarkeit prüfen konnten. Solche Situationen haben wir zum Glück immer mit Improvisation und Ruhebewahren in den Griff bekommen.

Für das perfekte Foto stieg Niklas auch mal ins Schlauchboot.

Ihr wart mit den großen Buchstaben in der Öffentlichkeit ja nicht ganz unauffällig. Wie haben die Leute auf euch reagiert?

Dustin: Da war alles dabei, von flachen Witzen bis zu interessanten Gesprächen.

Niklas: „Warum ist die Banane krumm?“ entpuppte sich tatsächlich als Running-Gag. Abseits davon war es aber immer schön, sich mit ganz verschiedenen Leuten zu unterhalten.

Michel: Es waren echt viele Leute interessiert an unserer Arbeit. Aber klar, wenn du mit den großen Buchstaben mitten auf dem Marktplatz stehst, mit dem Bürgermeister im Vordergrund, zieht das natürlich Aufmerksamkeit auf sich. Aber auch an den anderen Orten wurden wir oft angesprochen und gefragt, was wir da machen oder ob jemand ein Foto mit den Buchstaben machen darf.

Dustin: Einmal hat ein Typ seinen Hund für ein Foto auf das R gesetzt, das war ziemlich süß.

Ein Shooting, das für viel Aufmerksamkeit sorgte: Michel fotografiert Bürgermeister Andreas Bovenschulte vor dem Bremer Rathaus.
Passant:innen nutzten die Buchstaben gerne als Kulisse für eigene Fotos. Auch Vierbeiner waren mit dabei.

Und wie war es mit den Menschen, in deren Unternehmen und Institutionen ihr fotografiert habt?

Michel: Dass wir unter Einhaltung der Corona-Auflagen überhaupt mit so vielen Menschen arbeiten konnten, war großartig. Und auch, dass diese dann gemeinsam mit uns die Fotoideen konkretisiert und umgesetzt haben. Auf den meisten Fotografien sind eben jene Menschen auch Teil der Inszenierung geworden.

Gibt es eine Begegnung, die euch besonders beeindruckt hat?

Michel: Wir hatten einige „Begegnungen“, die auf ihre Art beeindruckend waren: Allein im Museum, mit einem Roboter in einer künstlichen Mondlandschaft oder auch mitten in einem echten Bienenschwarm.

Dustin: Es war ein Kindheitstraum von mir, den „großen Stift” zu besichtigen. Daher fand ich das Shooting im Fallturm besonders beeindruckend.

Niklas: Für mich war es das swb-Shooting. Man steht nicht alle Tage auf dem Dach eines Kraftwerks. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn unter einem alles wackelt. Und die Aussicht über Bremen ist natürlich auch nett.

„Ein komisches Gefühl, wenn unter einem alles wackelt“, beschreibt Niklas das Shooting auf dem Dach des swb-Kraftwerks. Dafür bot sich dem Team ein spektakulärer Ausblick.

Habt ihr einen persönlichen Liebling unter den WARUM-Bildern?

Niklas: Definitiv das Encoway-Motiv! Das Shooting auf der Großbaustelle war wohl mit Abstand das körperlich anstrengendste, aber das Endprodukt hätte besser nicht werden können.

Michel: Das allererste Motiv der 50 Shootings bei der bremer shakespeare company ist für mich auch ein besonderes. Dort kamen viele kreative Menschen an einem tollen Ort zusammen und haben für einen schönen Auftakt gesorgt.

Dustin: Mir ist speziell das Foto mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Erinnerung geblieben. Das Shooting fand in einer simulierten Marslandschaft statt mit einem richtigen Marsroboter! Muss ich noch mehr sagen?

Und noch eine Frage zu den stillen Stars der Bilder, den Buchstaben: Welche Schrifttype ist das eigentlich?

Michel: Vorlage war die neue Hausschrift der Universität Bremen, die Sharp Sans. Das rote U ist das neue Logo der Uni.

Welche Worte könnte man mit den Buchstaben aus WARUM noch aufstellen? Und habt ihr das irgendwo mal gemacht – jetzt mal ehrlich?

Dustin: Das lädt schon zum Rumspielen ein: RUM, RAUM, RAM, WARM, WURM, WUM, sind so ein paar ziemlich naheliegende Abwandlungen.

Michel: Lustig ist auch, dass einer der 50 Orte das MARUM ist. Das bietet natürlich eine Steilvorlage zum Buchstabendrehen.

Die Ähnlichkeit ist wirklich rein zufällig: Die WARUM-Buchstaben im MARUM.

Was passiert am Ende des Projektes mit den Buchstaben?

Michel: Die stehen diesen Monat – etwas ramponiert, aber zum Glück noch vollständig –  in der “WARUM? DARUM.”-Ausstellung im Bremer Rathaus. Ich finde es schön, dass man den Buchstaben unsere gemeinsame Reise ansehen kann.

Vom 15. Oktober bis zum 07. November 2021 fasst eine Ausstellung in der Unteren Rathaushalle alle 50 Stationen der Kampagne zusammen. Die Ausstellung ist mittwochs bis sonntags in der Zeit von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

 

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