18. Dezember 2020

Stimmen aus der GfG: #Jahresrückblick

2020: Ein außergewöhnliches Jahr mit noch nie dagewesenen Ereignissen neigt sich dem Ende zu – mit spannenden kreativen Projekten, kontroversen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und einer Pandemie, die viele von uns auch über das Jahr hinaus vor große Herausforderungen stellt. So komplex die Welt auch ist, so schlicht ist unser Wunsch: Geben wir weiterhin aufeinander acht, zeigen uns solidarisch und halten zusammen! Wie haben unsere Kolleg*innen das Jahr erlebt? Welche GfG-Momente bleiben ihnen besonders in Erinnerung? Und was ist das Positive, dass sie diesem Jahr abgewinnen können? Neun GfGler*innen haben die vergangenen Monate Revue passieren lassen.



Juliane Kniel, M.A. Innenarchitektur

Wenn das Jahr 2020 eine Botschaft an uns ist – wie lautet sie?
Das müsste sowas sein, wie: ,,Seht die winzigen Dinge, nehmt sie wahr und schätzt sie. Berührt euch (nicht anfassen hab ich gesagt!). Unterstützt euch, wo ihr könnt.” Oder: ,,Zuhause tanzen ist nicht schlecht. Lernt ein Instrument! Gründet eine Band!”

Welcher GfG-Moment bleibt Dir aus diesem Jahr besonders in Erinnerung?
Dieser Nachmittag auf der Dachterrasse im Spätsommer: Als ein Kollege anstelle der Chipstüte eine große Pommes-Schale im Hafencasino besorgte und wir in kleiner Runde zusammensaßen und über bisher unentdeckte Fähigkeiten der Anwesenden nachdachten und Parallelen zu Filmcharakteren zogen.

Was ist das Positive, das Du diesem Jahr abgewinnen kannst?
Im Jahr 2018 bin ich sehr häufig mit dem Flugzeug nach Stuttgart gereist. Auch wenn ich 2019 immer häufiger den Zug gewählt habe, freut sich die Umwelt in diesem Jahr ganz besonders. Ja-a, ich hab’s ja jetzt verstanden!

Deine Botschaft an die Welt?
Um an die letzte Frage anzuknüpfen: Verzicht kann positiv sein. Daran darf jedoch in keinem Fall die Existenz oder das Leben hängen! 2021, wir zählen auf dich!

Neele Graef, Designerin

Wer oder was ist Dein persönlicher »Held« des Jahres 2020?
Während ich meine Tage im sicheren Home-Office verbringe, unterstützt meine Mama im Pflegedienst die Menschen, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind. An Abstand halten ist da nicht zu denken. 

Hast Du etwas Wesentliches in Deinem Leben geändert?
Ich habe dieses Jahr länger im Home-Office gearbeitet als in der Agentur. Wenn ich schon nicht meine Kolleg*innen zu mir holen kann, dann musste es zumindest eine neue Kaffeemaschine sein.

Home-Office oder Agentur – wo arbeitest Du lieber?
Für mich wäre die ideale Arbeitsumgebung tatsächlich eine Mischung aus Home-Office und Agentur. Aufgaben, die besondere Konzentration verlangen, fallen mir zu Hause deutlich leichter als im Großraumbüro. Den kreativen Austausch mit den Kolleg*innen möchte ich jedoch nicht missen. 

Was ist das Positive, das Du diesem Jahr abgewinnen kannst?
Dadurch, dass wir uns in diesem Jahr deutlich einschränken mussten und sich ein Großteil unseres gewohnten Lebens geändert hat, wird einem wieder bewusst, wie dankbar wir für die kleinen Dinge im Leben sein können.  

Johannes Friedrich, Designer

Welcher GfG-Moment bleibt Dir aus diesem Jahr besonders in Erinnerung?
Der gute Zusammenhalt der GfGler*innen trotz räumlicher Distanz, zum Beispiel in Form der digitalen GfG-Freitagskneipe, die sich relativ zügig ergeben hat, um weiterhin im Austausch zu bleiben.

Home-Office oder Agentur – wo arbeitest Du lieber?
Die flexible Arbeitsplatzgestaltung ist auf jeden Fall der große Gewinner. Aber im Zweifel würde ich mich für die Agentur entscheiden: Der räumliche Wechsel, das Treffen von ein paar wenigen GfGler*innen in der Agentur und der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad machen den Arbeitsalltag einfach ausgewogener.

Was ist das Positive, das Du diesem Jahr abgewinnen kannst?
Die begrenzten Kontakte und Aktivitäten haben bei vielen Menschen einen erfreulichen „Nichtigkeiten-Detox-Effekt“ ausgelöst. Hm, vielleicht sollte ich mir den Begriff gleich mal für die „Teesorte 2020“ patentieren lassen.

Deine Botschaft an die Welt?
„Wisst ihr noch damals, als wir diese blöde Pandemie hatten? Und jetzt regen wir uns wieder über die hohen Benzinpreise auf.“

Ulrike Rosemeier, Szenografin

Home-Office oder Agentur – wo arbeitest Du lieber?
Ich bin ja nun schon in jeder Hinsicht ein alter Home-Office-Hase in der GfG, vermisse allerdings seit jeher die persönlichen Kontakte im Büro. Mir persönlich ist ein steter Austausch mit den Kolleg*innen und die Präsenz in der GfG am liebsten. Aber die neuen Tools machen die Kommunikation jetzt deutlich leichter.

Wenn das Jahr 2020 eine Botschaft an uns ist – wie lautet sie?
Die Lockdown-Phasen, Kontaktreduzierungen und der damit verbundene Wegfall von Reisekilometern sind ein guter Effekt für unser Klima. Ich würde mir wünschen, dass wir die Abstimmungstermine und Vor-Ort-Treffen auch in Zukunft auf die wirklich notwendigen beschränken können, um diesen Schritt in die richtige Richtung noch weiter auszubauen. 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – wie geht’s Dir?
Wir haben das letzte halbe Jahr in unserem Haus umgebaut. Jetzt freue ich mich nach viel Räumerei auf ein paar Tage Ruhe und die Zeit mit der Familie. Und der Weihnachtsbaum wird aufgestellt – vielleicht der letzte bei uns? Die Kinder fragten, ob das denn notwendig sei: so viele Bäume zu fällen, nur für ein paar Tage? Was soll man da sagen….

Dein Lieblingsprojekt in diesem Jahr?
Nach zwei Jahren Projektzeit war die Eröffnung der Gedenkstätten Augustaschacht bei Osnabrück für März terminiert. Und dann kam Corona: keine Eröffnung. Das war sehr schade, vor allem für die wenigen noch lebenden Zeitzeugen. Trotzdem ein Lieblingsprojekt: Weil ich denke, dass die zeitgemäße Beschäftigung mit deutscher Geschichte ein wichtiger Baustein sein kann, aktuellen populistischen Strömungen etwas "Substanz" entgegenzusetzen.

Björn Voigt, Geschäftsführer

Home-Office oder Agentur – wo arbeitest Du lieber?
Den Arbeitstag morgens auf dem Balkon mit einem Teams-Meeting in der Sonne zu starten, fand ich ziemlich gut. Dann mit dem Fahrrad in die GfG zur Ideenfindung in der iD Werkstatt und zum Austausch in kleiner Runde. Vor dem Dunkelwerden zurück ins Home-Office, da noch zwei Stunden organisatorisches am Rechner erledigen. Die neue Flexibilität kann richtig toll sein!

Was ist das Positive, das Du diesem Jahr abgewinnen kannst?
Das unglaublich viele Menschen sich umeinander gekümmert haben, sich sorgen, Rücksicht nehmen, vorausdenken, Kompromisse machen, Pläne ändern, ihre Vorstellungen anpassen, ihre Erwartungen dämpfen, geduldig sind. Wir sind alle miteinander, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, viel sozialer als wir denken. Ein Teil davon zu sein, fühlt sich gut an in diesem besonderen Jahr.

Welche GfG-Momente bleiben Dir aus diesem Jahr besonders in Erinnerung?
Unsere erste GfG-Freitagskneipe mit Johannes und Marthe am virtuellen Tresen. Das war im ersten Lockdown, als sich das Leben ziemlich merkwürdig angefühlt hat. Die ganze GfG hat sich abends per Videochat auf ein Bier getroffen. Es war sehr lustig und wurde spät.

Hast Du etwas Wesentliches in Deinem Leben geändert?
Ich werde bestimmt ein paar nützliche „so geht´s auch“ Erfahrungen mitnehmen: Im Büro mit meinem Laptop den Platz wechseln, mehr im Stehen arbeiten, den Arbeitstag flexibel zwischen zu Hause und Büro aufteilen. So richtig wesentlich finde ich das aber nicht. 

Florian Ullrich, Entwickler

Wenn das Jahr 2020 eine Botschaft an uns ist – wie lautet sie?
Weitermachen wie bisher klappt nicht. Begreift das endlich!

Hast Du etwas Wesentliches in Deinem Leben geändert?
Das Jahr 2020 wird nun für immer das Geburtsjahr meines dritten Sohnes Fritz sein. Ein Ereignis, das vielmehr als all die anderen Dinge in diesem Jahr meine Perspektiven und Wünsche für die Zukunft verändert hat. Auf keinen Fall ebenso wesentlich, aber mit dem Fokus auf die Arbeit im Home-Office ein Quantensprung: Mein Büroraum ist im Keller, der mehr Ruhe und Abgeschiedenheit bietet, aber eben auch mehr Fußkälte. Jetzt habe ich eine elektrisch beheizbare Fußmatte!

Was ist das Positive, das Du diesem Jahr abgewinnen kannst?
Kurz nach der Geburt von Fritz begann der erste Lockdown und dadurch auch die erste längere Home-Office-Zeit. Durch gelegentliches Kaffeeholen, die gemeinsamen Mittagessen oder auch einfach mal nach oben gehen zum Quatschen, Schnuffeln oder Windelwechseln war ich in dieser sehr prägenden und veränderungsreichen Zeit viel näher am Familienalltag dran als sonst. Das war der Hammer!

Home-Office oder Agentur – wo arbeitest Du lieber?
Letztendlich tendiere ich zur Agentur, denn die "mentale Abgrenzbarkeit" ist für mich sehr wichtig. Somit wird auch die vermeintlich verschwendete Zeit für Arbeitswege, zu der Zeit, die ich zum "Umschalten" immer mehr zu schätzen weiß. Trotzdem wird immer klarer, dass ich meine Arbeit tatsächlich von überall machen kann, wo ich eine Internetverbindung habe – von daher, nächstes Jahr vielleicht aus Schweden, dann aber nicht ohne meine Fußmatte!

Hayat Derfoufi, Designerin

Was war Deine schönste Herausforderung im Jahr 2020?
Ich nutze meine Elternzeit, um eine Zertifizierung zum pmp® zu machen (Projekt Management professional). Das sind ganz schön dicke Wälzer, die man da lernen muss. Aber es ist sehr spannend die Theorie hinter der Praxis und natürlich auch neue Methoden kennenzulernen.

Hast Du etwas Wesentliches in Deinem Leben geändert?
Ja, ich bin Mama geworden und damit hat sich mein Leben auf jeden Fall sehr geändert.

Wer oder was ist dein persönlicher »Held« des Jahres 2020?
Meine Mama, die zur Risikogruppe gehört und daher auf sehr vieles dieses Jahr verzichten musste und verzichten wird. Dazu gehören zum Beispiel Weihnachten mit der Familie oder ihren Enkel zu sehen. Sie schafft es aber dennoch gelassen zu bleiben, keinen Unmut zu säen und realistisch nach vorne zu blicken.

Was ist das Positive, das Du diesem Jahr abgewinnen kannst?
Natürlich an erster Stelle ist es der Nachwuchs – aber auch das Zusammenrücken der wichtigsten Menschen in unserem Umfeld. Einerseits dadurch, dass sie an unserem neuen Leben teilhaben möchten und andererseits, weil man nicht mehr viele Freizeitangebote hat und sich direkt und deswegen konzentrierter mit den Menschen beschäftigt. Das fühlt sich sehr viel intensiver an. 

Dustin Schröder, Auszubildender

Dein Lieblingsprojekt in diesem Jahr?
Da kann ich gar nichts anderes als das Lego-Wandbild für die Sparkasse nennen. Einfach ein tolles Projekt!

Was war Deine schönste Herausforderung im Jahr 2020?
In diesem Jahr habe ich mich zum ersten Mal ans Animieren gewagt und es hat mir sofort unglaublich viel Spaß bereitet.

Was ist das Positive, das Du diesem Jahr abgewinnen kannst?
Das ich es überstanden habe und es nun endlich vorbei ist. Mal schauen, wie 2021 wird.

Home-Office oder Agentur – wo arbeitest Du lieber?
Aufgrund der aktuellen Lage arbeite ich momentan lieber im Home-Office, aber wenn es darum geht, was mir besser gefällt, dann eindeutig die Agentur. Wenn man den ganzen Tag in ein und denselben Raum schläft, wohnt und arbeitet wird es schon echt anstrengend für die Psyche. Freu mich schon darauf, wenn das vorbei ist!

Anika Falke, Designerin

Welcher GfG-Moment bleibt Dir aus diesem Jahr besonders in Erinnerung?
Meine Güte, ich weiß ja schon nicht mehr, was ich vor drei Stunden gemacht habe. Vielleicht als mir Steffi K. die kleinen Hände geschenkt hat. Die sind der Knüller bei jeder Telko – mit Video wohlgemerkt.

Eine kreative Erkenntnis, die Dir in diesem Jahr begegnet ist?
The creators curse is real. Wobei das eher eine Auffrischung als eine neue Erkenntnis ist.

Home-Office oder Agentur – wo arbeitest Du lieber?
50/50. Home-Office bedeutet mehr Flexibilität, aber die Kolleg*innen fehlen mir und ich brauche auch ein wenig vorgegebene Struktur gegen die Verwahrlosung.

Was ist das Positive, das Du diesem Jahr abgewinnen kannst?
Mehr Wertschätzung und ein bisschen Entschleunigung.



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