
Wissenswerkstadt Bielefeld
Bielefelds ambitionierteste Baustelle
Gemeinsam experimentieren, rumtüfteln, debattieren, verstehen, lernen und lachen: Die Wissenswerkstadt Bielefeld ist ein Treffpunkt für Wissenschaft und Öffentlichkeit, der deutschlandweit einzigartig ist.
Für die Gestaltung hieß das: Nichts von der Stange, weit über den Tellerrand schauen und Lösungen finden, an die noch niemand gedacht hat.
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Bauen im Bestand – und was für einem
Werkstätten, Labore, Workshopräume, Medienstudios, Ausstellungsflächen, Bühnen, Marktstände, die Bielefelder Tourist Info und sogar ein Escape Game in den alten Tresorräumen – all das sollte im ehemaligen Hauptsitz der Sparkasse mitten in der Bielefelder Innenstadt Platz finden.
Die Lage: ein Traum. Die Atmosphäre: nicht ganz. Konservativ und gehoben wirkten die Räume, vor allem die zentrale Kassenhalle mit ihren Steinfußböden und holzvertäfelten Wänden.

Die Antwort der Gestaltung: Bloß nicht zu schüchtern
Ehrfürchtig und kasteit hätte man sich dadurch fühlen können. Nicht so aber die Kolleg:innen, die einen spielerischen Umgang mit dem Alten gefunden, ihm mit Nachdruck etwas entgegengesetzt haben.
„Die Wissenswerkstadt ist ein lebendiger Ort, ein Labor zu zeitgemäßen Themen, ein Diskussionsraum. Für uns hieß das: Die Gestaltung darf nicht zu brav sein, muss auch mal provozieren.“
Ulrike Rosemeier, Leitung Innenarchitektur




Auch das Corporate Design traut sich was
Die neue Lebendigkeit ist auch dem von GfG-Designerin Dorthe Meinhardt entwickelten Corporate Design zu verdanken, das in den Raum übertragen wurde.
Basis ist das ruhige, aber dennoch verspielte Logo, das viel zulässt. Aus seinen geometrischen Elementen leiten sich die Formen im Raum ab, dazu kommt viel Farbigkeit. Im Ergebnis immer wieder ein verblüffendes Zusammenspiel zwischen Gebäude und Gestaltung.
„Immer ein bisschen drüber sein, lautete eines der Prinzipien bei der Entwicklung und Anwendung des Corporate Designs. Mit so viel Lebendigkeit und Farbe in den Raum wirken zu können, war äußerst reizvoll.“
Dorthe Meinhardt, Leitung CD-Entwicklung






An alles und jede:n gedacht
Die Wissenswerkstadt ist ein öffentliches Haus, finanziert von der Stadt Bielefeld und betrieben von der Bielefeld Marketing GmbH. Der Eintritt ist kostenlos, die Angebote bewusst niedrigschwellig, und auch sonst steht die Wissenswerkstadt für äußerste Vielfalt, sowohl was die Besucher:innen angeht als auch die Räume, Formate und Angebote. Eine Haltung, die zur GfG passt und das Team ordentlich angestachelt hat.
Zig verschiedene Nutzungsszenarien wurden überlegt und kleinteilig durchgespielt. Damit am Ende wirklich jeder Raum und jeder Einrichtungsgegenstand nicht nur Equipment und Technik vernünftig unterbringt, sondern dort wirklich alle Menschen ohne Berührungsängste und Hindernisse unterwegs sein können.

„Wir wollen für jede und jeden etwas anbieten. Das Gebäude mit seiner Struktur schafft darauf eine Antwort.“
Giovanni Fusarelli, Co-Leitung Wissenswerkstadt Bielefeld



Ein Ort, der mit der Welt Schritt hält
Für das Team der Wissenswerkstadt ist es extrem wichtig, dass es sein Angebot immer wieder verändern und mit dem Ort und seinen Formaten spontan auf aktuelle Themen reagieren kann. Gleich mehrmals in der Woche wird das Setting verwandelt.
„Uns geht es darum, dass wir regelmäßig neue inhaltliche Impulse aufnehmen können, sich das Programm immer wieder verändert, dass wir leichtfüßig und dynamisch bleiben.“
Gesa Fischer, Co-Leitung Wissenswerkstadt Bielefeld
Entsprechend agil und flexibel ist die Einrichtung geworden: Alles ist verfahrbar und verwandelbar. Möbel und Tresen können einfach verschoben oder Teile davon zur Trennwand oder Bühnenrückwand umfunktioniert werden.
Wenn sich die Welt draußen dreht, dreht sich die Wissenswerkstadt mit.

Zusammenarbeit in viele Richtungen
Dass die Wissenswerkstadt in dieser Form entstehen konnte, liegt auch an dem breiten Bündnis dahinter: Stadt, Universität, Hochschule und Welthaus.
Den Gestalter:innen half vor allem ihre Erfahrung, einen gelassenen Umgang mit so vielen Auftraggeber:innen und Bedürfnissen zu finden und alle gut an einen Tisch und unter einen Hut zu bringen. Dazu kamen die Schnittstellen zu den Fachplaner:innen und Gewerken – zum Hochbau, zur Elektrotechnik oder zur Laborplanung etwa – die ebenfalls gepflegt werden wollten.
Dass auf allen Ebenen so stark zusammengearbeitet wurde, passe aber schließlich auch zum Geiste der Wissenswerkstadt, findet Ulrike Rosemeier: „Ein Ort, an dem so viel Neues passieren darf, an dem Menschen zusammenkommen, die sich normalerweise nicht begegnen – ein solcher Ort kann nur durch echten Austausch entstehen.“
Projektdaten:
Zeitraum:
2021 bis 2024
Fläche:
2.800 Quadratmeter
Leistungen:
Innenarchitektur nach HOAI (LP 1-8)
Corporate Design
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