Viel Farbe, wenig Standard: die GfG-Siebdruckwerkstatt

29. September 2025

Hier geht’s nicht ums Geschäft, sondern ums Gestalten. Unsere Siebdruckwerkstatt im Keller ist ein Ort für Experimente und persönliche Projekte.

Michel Iffländer, Asja Beckmann und Ole Bergmann (vlnr.) waren die Ersten, die in der GfG mit Siebdruck herumexperimentierten.

Es begann im Badezimmer

Unsere Kollegin Asja wollte eigentlich schon im Studium an der Hochschule für Künste Siebdruck machen – doch damals bekam sie keinen Platz in der Werkstatt. Die Idee ließ sie trotzdem nicht los. Jahre später, inzwischen bei der GfG, bestellte sie sich schließlich ein Siebdruck-Starterkit und legte kurzerhand bei sich zuhause los. „Ich habe einfach unser Badezimmer okkupiert“, erzählt sie. Ihre ersten Druckversuche machte sie mit T-Shirts, Jutebeuteln und viel Improvisation.

Ein Zuhause im GfG-Keller

Als im Keller der GfG ein Raum frei wurde, schlug Asja halb im Spaß vor, ihre Ausrüstung dort aufzubauen. Unsere Geschäftsführer Björn und Carsten fanden den Vorschlag sofort spannend. Sie steuerten die Möbel für den Raum, ein weiteres Siebdruck-Starterkit und Verdunkelungen an den Fenstern bei. „Da haben mir die beiden direkt vertraut und meiner Idee großen Rückhalt gegeben“, sagt Asja. 

Die ersten Mitstreiter

Lange blieb Asja nicht allein. Die Kollegen Ole und Michel waren die Ersten, die mit einsteigen wollten. Schon bald gab es kleine Workshops für Kolleg:innen, die gemeinsam die Grundlagen lernten. „Das war sofort ein Selbstläufer, wie ein Magnet“, erzählen die drei. Bis heute ist das Interesse groß, auch wenn oft nicht genug Zeit für regelmäßige Angebote ist.

Kleine feine Projekte

Die Siebdruckwerkstatt ist kein Bereich für große Kundenaufträge. Anspruchsvollstes Projekt bisher: das Cover für das Werder Bremen Grafik-im-Raum-Handbuch, das in einer Mini-Auflage produziert wurde. Daneben sind viele charmante interne oder private Liebhaberprojekte entstanden: Merch fürs Hafen Casino, Einladungskarten zur Weihnachtsfeier, Materialien fürs 30-Jahr-Jubiläum oder Shirts für die Wilde Liga zum Beispiel. “Es ist schön, diesen Ort zu haben, an dem wir Dinge gestalten können, die uns persönlich wichtig sind”, findet Michel.

Scheitern erlaubt

Wer bei uns im Keller druckt, braucht Lust auf Abenteuer. Denn manchmal geht auch etwas schief. „Oft ist es ein Sprung ins kalte Wasser – und genau das macht den Reiz aus“, sagt Asja. Ein gutes Beispiel: Kollege Dustin wollte mehrfarbige Hoodies bedrucken. Beim Waschen löste sich die obere Farbschicht. Für Asja geht dann in solchen Situationen die spannende Fehlersuche los: Woran lag’s? Wie geht es besser? Genau darum geht es in diesem Raum.

Der Wert des Einfach-mal-Machens

Geld verdienen wir mit der Werkstatt nicht. Hier geht es um’s Einfach-mal-Machen, um Ausprobieren und Inspiration – und um Abwechslung zum Alltag am Rechner. „Für uns Designer:innen ist es jedes Mal ein Erlebnis, wenn aus einer digitalen Datei etwas Greifbares aus Stoff oder Papier wird”, sagt Ole.

Was kommt als Nächstes auf die Siebe?

In den nächsten Wochen wird es im Keller wieder trubeliger: Mehrere Kolleginnen bereiten Drucksachen für die Veranstaltung Kunst.Hafen.Walle vor. Dafür wird die Werkstatt frisch ausgestattet, neue Experimente stehen an. „Wird bestimmt manchmal stressig, und nicht direkt alles klappen – aber das ist positiver Stress“, meint Asja.

Kreativität in der Siebdruckwerkstatt heißt eben immer: Man weiß nie genau, was am Ende herauskommt, außer, dass es etwas Eigenes ist. Genau dafür lieben wir diesen Ort.


Über die Autorin

Ninja Hofmann leitet die Redaktion und Öffentlichkeitsarbeit der GfG / Gruppe für Gestaltung. An ihrem Job mag sie besonders die guten Gespräche und dass sie immer wieder über den Tellerrand geschoben wird.