28. September 2020

„Leute begeistern, ohne zu nerven“

Ein Besenstiel aus China brachte das Fass zum überlaufen. Um das Bewusstsein für den Verbrauch von Ressourcen zu fördern, haben wir beim Projekt „Green Nudging“ mitgemacht.



„Total irrsinnig!“, erinnert sich GfG-Projektleiter Carsten Koralewski. Lange gab es in der Agentur ein unkoordiniertes Bestellwesen, sodass ständig einzelne Lieferungen eintrudelten, oft Kleinigkeiten, manchmal Unüberlegtes – wie ein aus China gelieferter Besenstiel. Die vielen Transportkilometer verursachten einen hohen CO2-Ausstoß. Um etwas gegen unnötigen Ressourcenverbrauch zu unternehmen, entstand die Idee, bei „Green Nudging“ mitzumachen, einem Projekt der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens in Kooperation mit dem Forschungsinstitut ConPolicy.

Dabei sollen Nudges, kleine Anstupser, den Mitarbeitenden nachhaltiges Handeln erleichtern – ohne Verbote oder finanzielle Anreize. Vielmehr geht es um Informationen und Angebote. „Es war kein Problem, Leute für das Projekt zu finden“, so Koralewski. „Da waren Azubis und Einsteiger dabei, aber auch Ältere.“ In von energiekonsens geleiteten Workshops überlegte die Gruppe, welche Situationen sich für Nudging eignen.

Gute Ansatzpunkte: Bestellwesen und Mobilität

Um das Bestellwesen zu optimieren, klärte eine Präsentation die Mitarbeitenden darüber auf, wie viele Emissionen die Lieferungen verursachen. Außerdem bündelt ein neuer Prozess die Bestellungen. Daneben identifizierte das „Green-Nudging“-Team einen weiteren Bereich zum Ressourcen sparen: die Mobilität.

Testfahrtag zum Thema E-Mobilität

Die GfG hatte bereits E-Fahrräder und einen E-Kleinwagen, doch die Nutzung war eher verhalten. „Der Mercedes war beliebter als das E-Bike“, sagt Koralewski. Zwei Maßnahmen sollten das ändern: ausprobieren lassen und anbieten. „Entscheidend war der Testfahrtag“, so Koralewski. „Bei einer Rallye mit verschiedenen Aufgaben konnten sich die Kolleg*innen mit den E-Bikes vertraut machen.“ Außerdem zeigt ein Buchungstool die klimafreundlichen Fahrzeuge bevorzugt an. Nun seien die Kollegen viel häufiger elektrisch und damit emissionsärmer unterwegs.

Das Thema Nachhaltigkeit steht weiter auf der Agenda

Nach „Green Nudging“ ist das Thema Nachhaltigkeit bei der GfG längst nicht zu Ende. „Wir haben so viel über Klimaschutz gesprochen und uns Gedanken gemacht“, sagt Koralewski. „Das ist noch nicht vorbei.“ Der Ansatz ist für ihn klar: „Man muss die Leute begeistern, ohne zu nerven. Verbote helfen da nicht.“

Text mit freundlicher Genehmigung durch die Klimaschutzagentur energiekonsens. Im Original erschienen auf: https://green-nudging.de/unternehmen/gfg-gruppe-fuer-gestaltung/

 



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