
Drei Jahre Filmfest Bremen: ein Oh, ein No und ein Yay!
Als Alea im Herbst 2022 ihr duales Marketingstudium bei uns startete, haben wir sie direkt ins kalte Wasser geschmissen – genauer gesagt in die Vorbereitungen fürs Filmfest Bremen. Sie hat die Social-Media-Arbeit für das Festival mit auf die Beine gestellt und über die letzten drei Ausgaben begleitet. Dabei hat sie oft gestaunt, viel gelernt und manchmal auch Blut und Wasser geschwitzt.
Alea Barbato
Alea macht ein Duales Studium im Marketing an der IU Bremen und in der GfG. In der GfG-Redaktion glänzt sie mit Social-Media Strategien und Content Produktion. Dafür dass sie überall mit der Kamera draufhält und ihr erster Impuls immer ist „Klar, dazu habe ich bestimmt eine Idee!“, lieben ihre Kolleg:innen sie besonders. Aleas Profil anschauen
Mein „Oh!“: Hollywoodstars, die sich selbst nicht so wichtig nehmen
Beim Filmfest Bremen ist wirklich Hollywood zu Gast. Das ist schon krass, diesen großen Stars so nahe zu sein. Positiv überrascht hat mich, wie wenig abgehoben die meisten sind. John Malkovich etwa kam fast schüchtern über den roten Teppich – und ich hatte das Glück, in der ersten Reihe dabei zu sein!





Unvergesslich bleibt für mich auch Maria Schrader, die Filmpreisträgerin 2023. Es war mein erstes Jahr beim Filmfest, und die Geschichte rund um ihr „Gammelzimmer“ berührte mich besonders. Marias enger Freund Henri Hüster erinnerte in seiner Rede an diesen Raum aus gemeinsamen WG-Zeiten – in dem man zu seinem Erstaunen nicht gegammelt, sondern gearbeitet, diskutiert und Ideen entwickelt habe, oft bei einem Piccolo. Das war die Geburtsstunde unseres eigenen „Gammelzimmers“ in der GfG: Inspiriert vom Filmfest taufte ich unseren Redaktionsraum kurzerhand um und gestaltete ein Namensschild für unsere Tür. Außenstehende macht das erstmal stutzig, wenn sie vor unserem „Gammelzimmer“ stehen. Dann erklären wir gerne, für welch kreativen Geist es eigentlich steht.
„Wir haben in der GfG jetzt auch ein Gammelzimmer wie Maria Schrader.“
Ein weiteres Highlight: Stephen Frears, der Preisträger in diesem Jahr, angekündigt von keinem Geringeren als Hugh Grant. Zwei echte Hollywood-Stars an einem Tag – wow! Um ehrlich zu sein, wusste ich erst gar nicht richtig, wer die beiden sind. Aber spätestens, als meine Kollegin Ninja förmlich ausflippte, als Hugh Grant die Bühne betrat, dachte ich: „Oh, okay... der muss echt berühmt sein!“. Wir hatten dazu noch die besten Plätze in der vierten Reihe – näher dran geht kaum. Einmalige Erlebnisse, die ich ohne meine Arbeit an diesem Projekt definitiv verpasst hätte.



Mein „No!“: Spontane Planänderungen, die einem den letzten Nerv rauben können
Bei der Dynamik eines so großen Festivals ist klar, dass man flexibel sein und auch mal improvisieren muss. Dinge verschieben sich oft noch auf die letzte Sekunde, und da muss die Festival-Kommunikation dann eben mitziehen. Nervenaufreibend war es manchmal trotzdem.
„Am Ende ging alles immer irgendwie gut. Nervenaufreibend war es manchmal trotzdem.“
Ich erinnere mich zum Beispiel an Veranstaltungen, die extrem kurzfristig ins Programm aufgenommen wurden und dann spontan über die Sozialen Medien bekannt gemacht werden sollten – da mussten wir den Content in Windeseile aus dem Boden stampfen. Oder an den Filmpreview-Dreh mit Festivalkoordinator Marc, bei dem ich zu wenig Zeit für den Aufbau des Set-Ups eingeplant hatte – und weil die Gäste überaus pünktlich waren, konnten wir dann nicht wie geplant zu Ende drehen.



Mein „Yay!“: Team und Kunde, die mir ihr Vertrauen schenken
Ich war ja gefühlt zumindest noch ein richtiger Backfisch, als ich in das Projekt geworfen wurde. Gerade erst bei der GfG gestartet, und dann gleich so ein dickes Ding mit viel Verantwortung, da hatte ich schon ein bisschen Bammel. In erster Linie aber war ich stolz und froh darüber, dass mir so viel zugetraut wurde, dass ich mich so viel einbringen und mitgestalten konnte. Das hat mir voll viel Selbstbewusstsein gegeben.
„Die Arbeit für das Filmfest Bremen hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben.“

Und natürlich habe ich durch diese Möglichkeit und Erfahrungen extrem viel gelernt und für mich mitgenommen. Zum Beispiel, dass ich Briefings und Skripte viel genauer ausformulieren sollte – auch Dinge, die für mich total logisch sind, für andere aber vielleicht Neuland. Außerdem habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, genug Zeit für Drehs einzuplanen. Manchmal wurde es echt knapp, und wir haben nicht alles genauso hinbekommen, wie wir es uns vorher überlegt hatten. Und doch nehme ich auch mit: Selbst aus chaotischen Drehsituationen kann man noch brauchbares Material ziehen und etwas Cooles machen. Technische Probleme? Die bringen mich inzwischen nicht mehr so schnell aus der Ruhe.