13. Juli 2021

Aktive Mitgestaltung – Carsten Dempewolf ist Vorstandsmitglied des VerA e. V.

Inspiration, fachlicher Austausch und ein Leitfaden für den Ausstellungsbereich: Carsten Dempewolf engagiert sich im Vorstand des Verbands für Ausstellungsgestaltung VerA e. V.. Der gemeinnützige Verein bietet nicht nur die Möglichkeit der Vernetzung, sondern macht Anforderungen und Inhalte von Ausstellungsgestaltung transparent und klar verständlich. Eine wertvolle Hilfestellung für Auftraggeber:innen und Auftragnehmer:innen gleichermaßen.



„Von Degen, Segeln und Kanonen“, „EY ALTER“, „Der mobile Mensch" oder aktuell die Planung des Stadtmuseum Oldenburg – Ausstellungen gehören in der GfG / Gruppe für Gestaltung schon viele Jahre zu den Kernaufgaben. Lange gehörte dieser Bereich eher zu den unpopulären Themen, doch mehr und mehr bewegt sich die Branche aus ihrer Nische heraus. Neben Museen und anderen Ausstellungshäusern nutzen immer häufiger auch Unternehmen Ausstellungen für ihre interne oder externe Kommunikation. Entstanden sind neue Vermittlungsformate und -medien, partizipative und multiperspektivische Erzählformen sowie eine enge Verzahnung mit, nicht zuletzt auch der digitalen, Kommunikation.

Geschäftsführer Carsten Dempewolf weiß um die damit einhergehenden Herausforderungen und liebt diese Aufgabe vielleicht genau deswegen. Ausstellungsformate entwickeln sich permanent und mit zunehmender Dynamik, Ausstellen wird immer mehr zum Beteiligen – und vieles gerät in Bewegung. Genau der richtige Moment also, um aktiv mitzugestalten und Wichtiges auf den Weg zu bringen.

Inspirierender Austausch und eine starke Stimme

Seit Dezember 2020 ist die GfG / Gruppe für Gestaltung Mitglied bei VerA e. V., dem Verband für Ausstellungsgestaltung. Ziel und Zweck dieses Vereins „ist die Schaffung einer Plattform selbstständig tätiger Ausstellungsgestalter:innen zur Stärkung der internen und externen Kommunikation.“ Praktisch bedeutet das: VerA e. V. unterstützt mit Themenworkshops, Fortbildungen, Fachkongressen uvm. die Branche. Allem voran aber bietet der Verband die Möglichkeit eines wertvollen und inspirierenden Austauschs miteinander. 160 Mitglieder:innen zählt der gemeinnützige Verein bundesweit, der mittlerweile auch über die deutschen Grenzen hinweg vernetzt ist. „Wir sind im regen Austausch mit Szenograf:innen in Österreich und der Schweiz, die sehr an unserer Arbeit interessiert sind“, so Carsten Dempewolf, der seit Beginn des Jahres Mitglied des VerA-Vorstandes ist.

Die Ambitionen des Interessenverbandes gehen jedoch weit über die Möglichkeit des Praxisaustausches hinaus. „Als Ausstellungsgestalter:innen und Szenograf:innen kommen wir aus den Inhalten und versuchen diesen eine Gestalt zu geben“, erklärt Dempewolf. „Wir entwickeln und erzählen Geschichten mit und in Räumen. Wir organisieren und strukturieren Inhalte, entwickeln daraus eine Erzählung und nutzen einen vielfältigen und abwechslungsreichen Medienmix zur Vermittlung.“ Bis 2015 gab es hierfür keinen speziellen Studiengang. In diesem Arbeitsfeld finden sich daher neben Innenarchitekt:innen und Architekt:innen auch Produktgestalter:innen, Expert:innen für integriertes Design und natürlich Szenograf:innen – ein breites Spektrum sowohl an Know-how als auch Möglichkeiten.

Endlich ein Leitfaden für den Ausstellungsbereich

Um eben dieses breite und bunte Feld an Disziplinen, Herangehensweisen und Perspektiven eine hörbare Stimme zu verleihen, hat sich VerA e. V. außerdem zum Ziel gesetzt, Ausstellungsgestaltung verständlich zu machen. Mit der HOAS, der Honorarordnung für Ausstellungsgestaltung, bietet der Verband einen Leitfaden an, der zur Orientierung bei Angebotsanfragen und Wettbewerbsausschreibungen dienen soll. „Das funktioniert für Auftraggeber:innen wie Auftragnehmer:innen gleichermaßen gut, denn hier wird kein Preisrecht, sondern ein Workflow und ein Honorar-Schema formuliert, wie es die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) schon lange bietet“, betont Dempewolf. Ein riesiger Gewinn. Bisher nämlich orientieren sich Ausschreibungen für Ausstellungen an eben jener HOAI. „Die aber sagt nichts aus über die tatsächlich erforderlichen Leistungen für Ausstellungen wie beispielsweise inhaltliche Arbeit, Vermittlungsdidaktik oder grafische und mediale Arbeit, und ist damit nur sehr begrenzt hilfreich“, weiß Dempewolf. Die HOAS hingegen bedeutet für Museen, Ausstellungshäuser, Ausstellungsgestalter:innen und Szenograf:innen eine wertvolle Hilfestellung. „Sie stärkt allen an diesen Prozessen Beteiligten den Rücken, schafft Klarheit und ein faires Miteinander“, freut sich Carsten Dempewolf. Besonders erfreulich ist, dass immer mehr Ausstellende und Ausschreibende auf die HOAS zurückgreifen. Die erste Ausgabe ist bereits vergriffen. Eine überarbeitete Neuauflage wird voraussichtlich im Frühjahr 2022 erscheinen – mit vielen Ergänzungen, Verbesserungen und in Auszügen auch digital.

„Die ersten Monate bei und mit VerA e. V. waren intensiv, interessant und inspirierend. Bereits jetzt merke ich, wie der fachliche Austausch mehr Sicherheit in meinen Arbeitsalltag bringt. Wir alle in dieser Branche Tätigen erleben immer wieder ähnliche Situationen. Ein guter offener Austausch über Herausforderungen, Lösungsmöglichkeiten und den Umgang mit Strukturen ist für jede:n von uns sehr hilfreich. Ich freue mich darum sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Vorstand und allen Mitgliedern.“



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