Ein Motiv, das zum Grübeln anregt
Seit 2007 begleiten wir das internationale Erzählfestival Feuerspuren in Gröpelingen mit unserer Gestaltung. Am 9. November 2025 verwandeln sich wieder viele Orte im Stadtteil – vom Waschsalon über das Nagelstudio bis hin zur Moschee – in Bühnen für Geschichten aus aller Welt. Auch in diesem Jahr bringt ein starkes Bildmotiv das Festivalthema auf den Punkt.

Thema 2025: Sichtbar
„Wer steht im Rampenlicht und wer im Dunkeln?“ – diese Frage zieht sich durch das gesamte Festivalprogramm. Sichtbarkeit ist politisch: Nur wer gesehen wird, kann beachtet werden. Die Feuerspuren 2025 öffnen die Bühne für die Unsichtbaren, die Leisen und die Übersehenen, deren Geschichten es wert sind, gehört zu werden.
Warum ein Pinguin?
Während der Gezi-Proteste 2013 in der Türkei zeigte CNN Türk keine Bilder der Demonstrationen, sondern eine Tierdokumentation über Pinguine. Seitdem gilt der Pinguin als Symbol für das, was ignoriert wird und trotzdem Bedeutung hat.
Der Künstler Mohamed Smith griff diese Symbolik auf und stellte 2024 eine Pinguin-Skulptur in Gröpelingen auf. „Viele wussten gar nicht, wofür der Pinguin steht, sie fanden ihn einfach schön und freundlich“, erinnert sich Christiane Gartner. Später wurde sie vom Amt für Straßen und Verkehr entfernt. Jetzt kehrt der Pinguin zurück: als Leitmotiv des Festivals auf Plakaten, im Programm und auf den Bühnen.
Er steht für Geschichten, die nicht gesehen werden – und doch da sind.

Vom Symbol zur Gestaltung
Unsere Kolleginnen Elena und Asja haben den Pinguin in das diesjährige Festival-Design integriert. Die ersten Vorschläge reichten von Eisberg bis Wimmelbild, am Ende fiel die Wahl auf eine Kombination aus Dschungel und Pinguin. Vom Plakat bis zum Programmheft zieht sich das Motiv durch die gesamte Gestaltung.
Das Key Visual zeigt den Pinguin in einer dschungelartigen Szenerie, in der sich kleine Symbole verstecken. Sie tauchen an den verschiedenen Spielstätten wieder auf und machen Stück für Stück sichtbar, was bislang im Verborgenen lag. Was auf den ersten Blick spielerisch wirkt, trägt bei näherem Hinsehen eine vielschichtige Geschichte. Genau wie das Festival selbst.





Über die Autorin
Alea Barbato macht ein Duales Studium im Marketing an der IU Bremen und in der GfG. In der GfG-Redaktion glänzt sie mit Social-Media Strategien und Content Produktion. An ihrer Arbeit schätzt sie besonders, dass sie immer wieder miterleben kann, wie Ideen Gestalt annehmen.