03. März 2016

Denkort Bunker »Valentin«

Der Bunker »Valentin«, auch U-Boot-Bunker Farge genannt, wurde durch die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg von 1943 bis 1945 unter Einsatz von tausenden Zwangsarbeitern aus ganz Europa errichtet, von denen etwa 1.600 unter unmenschlichen Bedingungen starben. Dieses größte Rüstungsprojekt der Kriegsmarine wurde kurz vor der Fertigstellung bombardiert und nie in Betrieb genommen.



In den vergangenen Jahrzehnten wurden viele Pläne zur Umnutzung des Bunkers verworfen: Weder wurde er ein gigantisches Kühlhaus noch eine Freizeitanlage. Eine komplette Sprengung wurde ebenso wenig umgesetzt wie eine Aufschüttung des Geländes. Letztlich wurde ein Teil des Bunkers noch bis ins Jahr 2010 von der Bundesmarine als Materialdepot genutzt.

Mit dem Jahr 2012 wurden die Pläne der Landeszentrale für politische Bildung umgesetzt, den Bunker »Valentin«, bis dahin eine abgesperrte Ruine und Lagerhalle, als Denkort und zugleich Informationszentrum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch einen Rundweg mit 25 Stationen erschließt sich der Ort und das Geschehene anhand von Spuren und Fotos sowie Berichten von Zeitzeugen – die damals herrschenden Zustände in und um die Rüstungslandschaft Farge-Rekum, der Bunker als Symbol für militärischen Größenwahn und menschenverachtende Ideologie.

An der Umsetzung der Pläne war ein großes Netzwerk aus Partnern beteiligt: In enger Kooperation mit der Bremer Designagentur oblik haben wir das Projekt begleitet – von der Konzeption über die Umsetzung bis hin zur Eröffnung im November 2015. Schwerpunkt unserer Arbeit war die räumliche Gestaltung des Rundgangs im Außen- und Innenraum, der Ausstellung und des Foyers. Die Kuration der Inhalte lag bei Marcus Meyer und Christel Trouvé von der Landeszentrale für politische Bildung. Für die Landschafts- und Wegeplanung zeichnete sich das Büro protze+theiling verantwortlich. Den Umbau der ehemaligen Kfz-Werkstatt zum Informationszentrum betreute das Büro Heinzelmann Architekten. Der Designer Jens Oertel war auf Seiten von oblik an der Planung beteiligt und hat die Inhalte und grafische Darstellung des Medientischs mit aufbereitet.

Weiterführende Informationen finden Sie hier.



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