
Neues Stadtmuseum Oldenburg
Eine Dauerausstellung über Stadt im Dialog
Wie erzählt man die Geschichte einer Stadt so, dass sich möglichst viele Menschen darin wiederfinden?
Mit dem neuen Stadtmuseum Oldenburg ist ein Ort entstanden, der Stadtgeschichte nicht nur bewahrt, sondern zur Diskussion stellt: offen und nah an den Lebensrealitäten der Menschen. Gemeinsam mit dem Museumsteam haben wir in den vergangenen sechs Jahren die neue Dauerausstellung gestaltet.

Ein neues Verständnis von Stadtmuseum
Das neue Stadtmuseum möchte bewusst mehr Menschen ansprechen als mit traditionellen Museumsformaten möglich. Es geht um die Frage, wie eine Stadtgesellschaft gemeinsam auf ihre Geschichte blicken und daraus Zukunft entwickeln kann.
Unsere gestalterische Leitidee war deshalb: Besuchende immer wieder in Beziehung zu Oldenburg zu setzen. Die Ausstellung fordert dazu auf, das eigene Verhältnis zur Stadt zu reflektieren und die eigene Rolle innerhalb der Stadtgesellschaft mitzudenken.
Im Zentrum steht die Frage:
„Ist Oldenburg eine oder meine Stadt?“
Gleichzeitig war uns wichtig, dass sich der Besuch der Ausstellung selbstverständlich anfühlt, dass Menschen sich intuitiv zurechtfinden und den Ort zu ihrem machen können. Dafür haben wir auf verschiedene Zugänge gesetzt, die möglichst wenige Barrieren erzeugen.




Geschichte als offener Prozess
Die neue Dauerausstellung erzählt Oldenburgs Geschichte bewusst vielstimmig. Historische Sammlungen werden mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen verbunden. Neben bekannten Kapiteln der Stadtgeschichte finden auch Perspektiven Raum, die bislang wenig sichtbar waren.
Auf zwei Ebenen zeigt die Ausstellung rund 350 Objekte – von bedeutenden historischen Exponaten bis hin zu persönlichen Gegenständen aus der Gegenwart.
Zu sehen sind unter anderem:
• die erstmals ausgestellten Heidenwallhölzer
• der Grundstein der Synagoge von 1854
• ein mittelalterliches Richtschwert
• ein Ticket für das Nirvana-Konzert in Oldenburg 1989
• die Kramermarktfiguren Mecki und Esel
• der Wohnungsschlüssel eines aus Syrien geflüchteten Oldenburgers zu seinem zerstörten Zuhause
So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Offizielle Stadtgeschichte und individuelle Erfahrungen haben gleichberechtigt Platz.




Was Stadt ausmacht
Die Ausstellung gliedert sich in die drei Themenbereiche:
• Was ist Stadt?
• Wer macht Stadt?
• Oldenburg ist …
Immer wieder geht es dabei auch um die Zukunft: Wie erleben wir Oldenburg heute? Und wie soll die Stadt künftig aussehen?

Ein Museum, das sich verändern darf
Besonders wichtig war uns, die Ausstellung nicht als abgeschlossenen Ort zu denken. Sie soll wachsen und von den Oldenburger:innen mitgestaltet werden können.
Dafür haben wir partizipative Elemente entwickelt, darunter bewusst „leere“ Vitrinen, die Bürger:innen selbst mit Objekten und Geschichten füllen können. Bereits zur Eröffnung werden erste Beiträge aus der Kampagne „Was ist Deine Geschichte?“ gezeigt.



Ausstellungsplanung ohne Ausstellungsraum
Normalerweise entstehen Ausstellungen in Auseinandersetzung mit vorhandenen Räumen. In Oldenburg mussten wir das gesamte Besuchserlebnis planen, bevor das Gebäude überhaupt existierte.
Dafür arbeiteten wir zunächst mit 3D-Modellen und digitalen Simulationen. Das erforderte viel räumliches Vorstellungsvermögen – eröffnete uns dafür aber die Möglichkeit, freier und unabhängiger von bestehenden Strukturen zu denken.
Jetzt ist es da!
In unseren Köpfen existierte dieses Museum schon lange, bevor die ersten Besucher:innen es betreten konnten. Nach sechs Jahren gemeinsamer Entwicklung ist daraus ein Ort geworden, an dem unterschiedliche Perspektiven auf Oldenburg zusammenkommen. Und an dem neue hinzukommen können.
Wir sind jetzt vor allem gespannt, wie sich die Oldenburger:innen ihr neues Museum aneignen. Das Team vor Ort hat viele neue Vermittlungsformate entwickelt, die den Ort mit Leben füllen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen sollen.
Und wir hoffen, dass die Gäste des Museums in ein paar Wochen ganz selbstverständlich sagen: Das ist nicht nur ein Stadtmuseum. Das ist unser SMO.
