
Werkstatt 20. Jahrhundert
Geschichte gemeinsam erforschen
Die Ausstellung „Kieler. Zeit. Räume. im Nationalsozialismus“ begreift Geschichtsvermittlung als gemeinschaftlichen Prozess. Eine Einladung zum Mitforschen an die ganze Stadt.
Auftraggeberin: Werkstatt 20. Jahrhundert Kiel
Leistungen: Gestaltung Dauerausstellung / Gestaltung PopUp Pavillion / Workshops
Neun Orte, viele Perspektiven
Ausgangspunkt der Ausstellung sind neun Orte aus dem Kieler Stadtraum: der Wilhelmsplatz, auf dem 1933 Bücher verbrannt wurden. Die Düppelstraße, in der sich die Gestapo-Zentrale befand. Und weitere Schauplätze, die Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus und ihre Auswirkungen bis heute geben.
Ergänzt werden sie durch verschiedene Forschungslabore, in denen Besuchende alles finden, was sie zum Recherchieren, Untersuchen und Weiterdenken brauchen.



Im Dialog entwickelt
Die Ausstellung macht Beteiligung und Co-Creation zum Prinzip. Ein Gedanke, der den gesamten Gestaltungsprozess geprägt hat.
Die Konzeption entstand zusammen mit der Werkstatt 20. Jahrhundert und dem Team von oblik identity design. In gemeinsamen Workshops arbeiteten wir an zentralen Fragen: Wie lassen sich die einzelnen Schauplätze erzählen? Wie gestalten wir Inhalte, die nicht belehren, sondern aktivieren? Was brauchen Besuchende, um selbst auf Spurensuche zu gehen? Alle wichtigen Entscheidungen wurden kollaborativ diskutiert, erprobt und umgesetzt.


Testing zusammen mit der Stadt
Noch vor Eröffnung der Dauerausstellung entstand ein mobiler PopUp Pavillon als temporärer Lernort in der Kieler Innenstadt. Hier konnte das Team der Werkstatt 20. Jahrhundert didaktische Methoden, Inhaltsbausteine, Exponate und Mobiliar gemeinsam mit den Kieler:innen ausprobieren. Die Learnings flossen direkt in die Gestaltung der Dauerausstellung ein.

Mitforschen als Ausstellungsprinzip
Die Ausstellung ist kein klassischer Rundgang, sondern eine offene Forschungsumgebung. Überall spürt man: Hier darf ich sein und mich was trauen. Alles anfassen, überall mitmachen. Wer mag, kann konkrete Aufgaben lösen oder einfach stöbern und sich treiben lassen. Dabei trifft man immer wieder auf andere Besuchende und andere Einblicke. So entstehen Querverbindungen und neue Fragestellungen. Geschichte wird hier nicht als abgeschlossenes Wissen präsentiert, sondern als etwas, das immer wieder neu untersucht werden kann und muss.
Im Zentrum stehen drei Forschungswerkstätten: Fotolabor, Detektei und Raumstation. Hier wird Geschichte praktisch untersucht. Ganz nebenbei entstehen dabei Medien- und Forschungskompetenzen.






Ein Netzwerkort für historische Forschung in Kiel
Die Werkstatt 20. Jahrhundert ist Teil des Geschichtszentrums „Stadtgeschichte hoch 3“. Ihren Standort im ehemaligen Bundesbank-Gebäude an der Hopfenstraße teilt sie sich mit dem Stadtarchiv Kiel und der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte.
Wissenschaftliche, städtische und zivilgesellschaftliche Perspektiven auf Geschichte werden zusammengeführt und vernetzt.Gemeinsam wird daran gearbeitet, die Kieler:innen stärker in die Erforschung der Stadtgeschichte einzubeziehen.


Auch an den Inhalten der Ausstellung wird kollaborativ weitergeforscht. Offene Forschungsfragen werden sichtbar gemacht und neue Perspektiven eingeladen. Auf einer großen Kielkarte können Besuchende Orte markieren, die künftig untersucht werden sollen.
Geschichte wird hier gemeinschaftlich weitergeschrieben.



