Vom Jubiläum zur Ausstellung – 200 Jahre Die Sparkasse Bremen
Am Bremer Marktplatz erstrahlt ein Haus in Rot – Signal für eine feine Ausstellung, die wir im Auftrag der Sparkasse Bremen anlässlich ihres 200-jährigen Bestehens kuratieren und gestalten durften. Nicht allein, versteht sich. Wertvolle Beratung und spannende Fundstücke kamen aus dem hauseigenen Archiv, historische Fachexpertise steuerte ein namhafter Bielefelder Historiker bei. Gemeinsam hieß es, tief einzutauchen in die Geschichte des Finanzinstituts, die 1825 ihren Anfang nahm.

Möglichmachen als Ausgangspunkt
Leitmotiv der Ausstellung ist das „#möglichmachen seit 1825”. Indem wir das Möglichmachen der Sparkasse Bremen über 200 Jahre hinweg und auf drei Ebenen: für Privatkunden, für Firmenkunden und für das Gemeinwohl in der Stadt Bremen exemplarisch abgebildet haben, ergab sich ein eindrucksvolles Mosaik vom Wirken des Finanzdienstleisters in der und für die Stadt Bremen.

Über die Präsentation im Haus Am Markt hinaus, wanderte ein Teil der spannenden Möglich-Machen-Momente in die digitale Ausstellung, als ein weiteres fokussiertes Archiv der Sparkassengeschichte.
Wie ein Schmuckstück in der Schatulle
Zurück zum analogen Ausstellungserlebnis: Wer jetzt die Stufen zum Entrée der früheren Sparkassenfiliale am Markt hinauf geht und den ehemaligen Kassenraum aus den 1950er-Jahren betritt, trifft auf einen klar definierten Ausstellungskorpus. Wie ein großes Schmuckstück in der Schatulle präsentiert sich das halboffene Rondell inmitten des historischen Raums. Mit selbstbewusster Geste bietet es knapp 18 Laufmeter Präsentationsfläche für 200 Jahre Möglichmachen.

Die in Schichten aufgebaute und zum Kreis geformte, aufsteigende Ausstellungswand erzeugt mit ihren Transparenzen und großflächiger Grafik Spannung im Raum – modern und wertig. Zugleich tritt sie als Träger von Einblicken in die Sparkassengeschichte wie auch der Wirtschafts- und der Währungsgeschichte in Bremen mit dem vorgefundenen Bestand in einen Dialog.
Auch das passt ins Ausstellungskonzept. Denn über das, was war, über das, was ist, und das, was noch werden könnte oder möglich gemacht werden sollte, lässt sich an einem solchen Ort vorzüglich diskutieren. Das macht das Format Ausstellung in einer fragmentierten Medienwelt so stark: Es bündelt Aufmerksamkeit, lädt ein, sich mit Konzentration und Offenheit auf ein Thema einzulassen. Und es bleibt als Erlebnis und Eindruck nachhaltig in den Köpfen.

Die Sparkasse Bremen und die Stadt Bremen
Wie eng das Wachstum der Sparkasse Bremen mit der Entwicklung der Stadt Bremen verbunden ist, das zeigte sich immer wieder im Verlauf der kuratorischen Tätigkeit. In der Geschichte der Sparkasse Bremen ist ein großes Stück Bremer Geschichte enthalten – oder umgekehrt. Oft waren es Ereignisketten, die zu einer wirtschaftlichen und politischen Krise und – zur Überwindung dieser Krise führten. Einen Teil dieser Ursachen- und Wirkungsketten konnten wir in Szene setzen. Genau hinsehen und Zusammenhänge entdecken ist die Aufforderung; dabei kann die Rolle der Sparkasse Bremen als Partnerin auch in kritischen Situationen immer wieder neu entdeckt werden.
Förderin des identitätsstiftenden Stadtbildes
Besonders deutlich manifestiert sich die Verbundenheit der Sparkasse Bremen mit der Stadt Bremen in ihren Gemeinwohlprojekten. Ein Ausschnitt daraus wird mit bewegten und sprechenden Bildern in der Ausstellung via Projektion gezeigt. Neben der Unterstützung zahlreicher sozialer Projekte setzt sie finanzielle Mittel für den Erhalt des Bremer Stadtbildes ein – mit u. a. seinem grünen Erholungsraum, wie den Bürgerpark, oder historischen Gebäuden und Ensembles, wie der Böttcherstraße. Dass sie das tut, ist seit 1825 fixer Bestandteil ihrer DNA: „Ein etwaiger Überschuss dieser Anstalt (…)”, so steht es in den „Grundgesetzen der in Bremen im Jahre 1825 errichteten Sparkasse”, „ist zunächst zur Bildung eines Reservefonds, demnächst aber lediglich zu gemeinnützigen Zwecken bestimmt.”
Auch der Erhalt des Hauses Am Markt 12 ist Ausdruck für das Gemeinwohlengagement der Sparkasse Bremen. So ist die frühere Sparkassenfiliale nicht nur Ausstellungsort, sondern gleichzeitig auch Ausstellungsstück.
Die Ausstellung im Haus Am Markt 12 (direkt am Bremer Marktplatz) ist für den Publikumsverkehr geöffnet: Jeden Donnerstag, Freitag und Samstag 10:30 - 17:30 Uhr.



Autorin: Katrin Johnsen
Als Redakteurin und Konzepterin bei der GfG entwickelt Katrin Texte von journalistisch bis kampagnenreif, kuratiert Inhalte für Ausstellungen und übersetzt komplexe Themen verständlich und einprägsam.