Haben gemeinsam eine Ausstellung im Bremer Zentrum für Baukultur (b.zb) kuratiert: Rainer Kriesche, Katja Klausing, Juliane Kniel und Christian von Wissel (v.l.n.r.).

Ausstellung im b.zb: Herzensthema im Diskurs

20. September 2024

Am 1. Oktober eröffnet im Bremer Zentrum für Baukultur die Gemeinschaftsausstellung „Innenarchitektur – Räume im Wandel – Bauen im Bestand“. Unsere Kollegin Juliane ist Teil des ehrenamtlichen Planungsteams.

Juliane, erzähl mal, wie bist du dazu gekommen, eine Ausstellung im Bremer Zentrum für Baukultur mitzukuratieren?

Ein Bremer Innenarchitektur-Kollege kam auf uns zu und fragte, ob wir bei der GfG Interesse hätten, uns an einer Ausstellung zum Thema Innenarchitektur zu beteiligen. Die Arbeit von Innenarchitekt:innen sichtbar zu machen, liegt uns aus verschiedenen Gründen sehr am Herzen – da konnten wir schwer Nein sagen.

Zusätzlich hat uns gereizt, dass wir dafür mit regionalen Planungsbüros zusammenrücken und uns austauschen konnten. Wir haben die Ausstellung zusammen mit dem b.zb-Team und zwei weiteren Büros kuratiert. Insgesamt sind acht Planungsbüros an der Ausstellung beteiligt. Das war schon eine ziemlich einmalige Sache und ein toller Impuls, um unser Netzwerk hier weiterzupflegen und Erfahrungen zusammenzutragen.

„Innenarchitektur – Räume im Wandel – Bauen im Bestand“

Die Ausstellung zeigt anhand von 24 Um- und Ausbau-Projekten aus Bremen, wie Innenarchitekt:innen schon immer „Bauen im Bestand“ und nachhaltiges Bauen geprägt haben. Die Best Practices orientieren sich an den Themen Lebenswandel, demografischer Wandel und Arbeiten im Wandel.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Verwendung nachhaltiger und wiederverwendbarer Materialien. Diese können in einer eigens für die Ausstellung kuratierten Materialbibliothek genauer unter die Lupe genommen werden.

Mehr Infos zur Ausstellung und Anmeldung unter:
www.bzb-bremen.de

 

Wieso ist es euch so wichtig, dass die Arbeit von Innenarchitekt:innen stärker sichtbar wird?

Wie Christian von Wissel vom b.zb so treffend gesagt hat: „Umbau ist die Zukunft der Architektur. Umbauen, das ist auch das, was Innenarchitekt:innen schon immer getan haben.“ Das ist unsere Kernkompetenz. Mit unserem Baukasten aus Farbe, Material, Licht, Raumakustik und technischer Ausstattung können wir alte, nicht oder schlecht genutzte Bestandsräume positiv verändern. Dabei stellen wir die Nutzer:innen und deren Bedürfnisse an die Räume in den Mittelpunkt und setzen auf viel Feingefühl. Beim Bauen im Bestand greifen wir möglichst minimal in die Bausubstanz ein. Was auch bedeutet, dass weniger neu produziert werden muss und die Kosten für Bauherr:innen im Rahmen bleiben.

Damit habt ihr einen ziemlich großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit von Bauprojekten.

Absolut. Unser Berufsstand legt großes Augenmerk auf den CO2-Abdruck der Bauprojekte. Das Thema entwickelt sich rapide und ein stetiger Diskurs ist unabdingbar. Es ist unsere Aufgabe, Bauherr:innen fachkräftig zu beraten und unseren Beitrag zur Bauwende zu leisten. Umbauten der Zukunft setzen auf den Einsatz nachhaltiger Materialien, die kreislauffähig und klimapositiv sind. Es geht aber auch um übergeorderte Kriterien – darum, Abriss kritisch zu hinterfragen, qualitativ und zukunftsfähig zu entwerfen und soziale Verantwortung zu übernehmen.

Juliane Kniel

Juliane studierte Innenarchitektur in Stuttgart und Rosenheim und arbeitete parallel und nach Abschluss ihres Studiums in verschiedenen Planungsbüros u.a. in Stuttgart, Zürich, Berlin und München. Seit 2015 ist sie Teil der GfG / Gruppe für Gestaltung und als Projektleiterin und Planerin im Bereich Innenarchitektur und Ausstellungen tätig. Juliane ist Mitglied in der Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen und im bdia – bund deutscher innenarchitektinnen und innenarchitekten.

Das zeigt sich auch eindrücklich in der Ausstellung und dem Begleitprogramm – ganz im Sinne des Diskurses. Es gibt u.a. einen Workshop zum Einsatz von umweltfreundlichen und gesunden Materialien. Teil der Ausstellung sind zwei Präsentationsflächen, auf denen Produktherstellende Materialmuster auslegen und dadurch nachhaltige Materialien für Besuchende haptisch erfahrbar werden.

Die gezeigten Projekte werden dann folgerichtig auf gesteckten Elementen aus Wellpappe präsentiert, die später als Wanderausstellung in die nächste Stadt ziehen können. Alle Projekte sind Um- und Ausbauten aus der Umgebung, die zeigen, wie vielseitig Innenarchitektur ist. Anmelden lohnt sich!

Die Ausstellung „Innenarchitektur – Räume im Wandel – Bauen im Bestand“ läuft vom 01. Oktober bis 29. November 2024 im Bremer Zentrum für Baukultur.

Alle Infos zur Ausstellung und Anmeldung unter: www.bzb-bremen.de


Kuration und Programm:
Katja Klausing, Juliane Kniel, Rainer Kriesche

Beteiligte Büros:
Bauhof Wohnimpuls
Esthet Innenarchitektur
GfG / Gruppe für Gestaltung
GME Design
GSP – Gerlach Schneider Partner Architekten
Katja Klausing
Kriesche-Plan
Pro Office

Unterstützt von:
Afaw, Architektenkammer Bremen, Barrisol, Bauhof Wohnimpuls, bdia – bund deutscher innenarchitektinnen und innenarchitekten, Brillux, Ecophon, Egger, Erco, Fabromont, Forbo, Objectflor, Pfleiderer, Pro Office, Procedes Lemwerder, Tarkett