
Ein Raum für den ersten Eindruck
Bevor im Bewerbungsgespräch das erste Wort fällt, hat der Raum schon viel erzählt. Gemeinsam mit der DMK Group ist die „Talent Weide“ entstanden, ein Recruitingraum, der den ersten Eindruck neu gestaltet. Unsere Kollegin Maren Weinberg spricht über die gestalterischen Details dahinter.

Maren Weinberg
Maren ist seit 2017 Teil der GfG. Mit ihrem Bachelor in Innenarchitektur und ihrer Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing bringt sie ihre Expertise vor allem in Exponatbau, Ausstellungsplanung und Raumgestaltung ein. Sie begleitet Projekte vom Vorentwurf bis ins Detail der Ausführungsplanung und hat dabei nachhaltige Materialien und nutzerfreundliche Lösungen besonders im Blick.
Maren, war bei diesem Auftrag gleich klar, dass hier mehr als ein klassischer Besprechungsraum gefragt ist?
Absolut. DMK steht ja bereits für eine sehr moderne Arbeitskultur mit flexiblen Räumen, Vernetzungsmöglichkeiten und hoher Aufenthaltsqualität im Gebäude. Genau das sollte sich auch im Bewerbungsprozess finden. Gemeinsam mit dem DMK-Team haben wir überlegt, was New Work für ihr Recruiting bedeutet. Da geht es um ehrliches Interesse und Begegnungen auf Augenhöhe. Es sollte eine warme Umgebung entstehen, in der sich Bewerber:innen direkt aufgehoben fühlen. Professionell, aber ohne Distanz.

Der bestehende Recruitingraum war zwar hochwertig eingerichtet, hat dieses Gefühl aber noch nicht transportiert. Verglichen mit dem Rest des Gebäudes wirkte die Gestaltung uneinheitlich und beim Betreten stand man dem Recruitingteam sofort frontal gegenüber. Hinzu kam, dass eine stimmige Möglichkeit fehlte, die Produkte von DMK gekühlt zu präsentieren.
Wie wurde aus dieser Ausgangslage ein neues Raumkonzept?
Im Mittelpunkt stand für uns die Frage, wie die Umgebung das Ankommen erleichtern und mehr Ruhe ausstrahlen kann. Außerdem sollte der Raum einen authentischen Einblick in die Unternehmenskultur geben. Dafür brauchte es keinen kompletten Umbau, sondern sehr gezielte Eingriffe. Dieser bewusste Umgang mit dem Bestand war gestalterisch und auch aus ökologischer Sicht sinnvoll.


Welche gezielten Eingriffe waren das?
Wir haben uns dafür ganz bewusst in die Situation der Bewerbenden hineinversetzt. So haben wir den Grundriss leicht neu zoniert und einen Raumteiler eingefügt, damit beim Eintreten zunächst ein kleiner Moment zum Ankommen entsteht und man nicht direkt auf die Gesprächspartner:innen trifft. Auch Sitzmöbel und Garderobe haben wir bewusst so neu positioniert, dass Rucksack und Jacke selbstverständlich abgelegt werden können. Den Glaskühlschrank für die Produktpräsentation haben wir zusammen mit der überarbeiteten Bar in das TV-Möbel eingefügt und alles stärker optisch miteinander verbunden, sodass wir mehr Ruhe und Klarheit haben.

Wir haben übrigens auch darauf geachtet, welchen Eindruck der Raum im digitalen Kontakt transportiert, denn viele Erstgespräche finden heute remote statt.
Ihr habt die Talent Weide auch aus der Perspektive einer Webcam gedacht?
Genau. Und digital funktioniert ein Raum nochmal nach anderen Regeln. Die Kamera zeigt nur Ausschnitte, und genau diese prägen den Eindruck. Deshalb haben wir sehr bewusst durch die Kameralinse auf den Raum geschaut: Was ist im Hintergrund sichtbar und wie transportiert dieser Ausschnitt eine stimmige Atmosphäre?

Mit einem eigens entwickelten Kunstwerk bekommt der Raum eine zusätzliche gestalterische Ebene. Was war die Idee dahinter?
Zusammen mit der Künstlerin Doumorh el Riz haben wir das Thema Verbindung und DMK in eine textile Arbeit übersetzt. Ausgangspunkt waren Karten mehrerer DMK-Standorte, deren Grundrisse Doumorh übereinandergelegt und zu einer gemeinsamen abstrakten Landschaft verdichtet hat. Daraus ist ein Motiv entstanden, das sich über mehrere miteinander verbundene Elemente im Raum zieht und so auch visuell eine Art Netzwerk bildet. Die weiche Wolle bringt Ruhe in den Raum, während spiegelnde Flächen das Umfeld aufnehmen und die Anwesenden in das Bild einbeziehen. Gleichzeitig passt das sehr gut zum Talentraum, der immer auch etwas mit Reflexion zu tun hat: Wer bin ich, wo stehe ich und passe ich in diese Landschaft?





DMK – New Work als räumliches Erlebnis
Direkt gegenüber dem Bremer Flughafen bezog die DMK Group ihr modernes Domizil – ein Bekenntnis der Molkereigenossenschaft zum Standort Bremen und „Sinnbild für Innovation und Zukunftsfähigkeit”. Unser Beitrag für eine zeitgemäße Arbeitslandschaft, die den Herausforderungen der Zukunft mutig begegnet, ist eine Raumgestaltung, die gespickt mit dezent-norddeutschem Humor gute Laune verbreitet und motiviert. Dabei folgten wir einem Raumprogramm, bei dem Zusammenarbeit, Begegnung und Vernetzung ganz weit oben auf der Agenda des Kunden stand. Weiterlesen