Bundesvereinigung Logistik

Logistics4Future

  • Ideen- und Identitätsentwicklung
  • Workshops

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Die von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) gestartete Initiative Logistics4Future unterstützt junge Logistiker*innen, die den Wirtschaftsbereich Logistik nachhaltiger gestalten wollen.

„Bestes Arbeitsumfeld Logistik!“, fordert ein Transparent, das eine Studentin vor unserer ID-Werkstatt in die Höhe hält. Neben ihr trägt ein junger Mann ein Plakat mit der Aufschrift “Decarbonize Now!”. Insgesamt sind es ein gutes Dutzend junger Menschen, die sich draußen vor der GfG versammelt haben und ihre Forderungen nach einer nachhaltigeren Logistik verkünden. Was anmutet wie eine kleine Demonstration mitten in der Bremer Überseestadt, ist in Wirklichkeit die Auftaktveranstaltung zu „Logistics4Future“.

BVL setzt beim Thema Nachhaltigkeit auch auf die Nachwuchskräfte

„Logistics4Future steht ebenso für ein Mindset wie für ein Netzwerk“, sagt GfG-Geschäftsführer Hanke Homburg. „Wir freuen uns, dass wir diese tolle Initiative der Bundesvereinigung Logistik mit unserem Knowhow unterstützen dürfen.“ Ziel ist es, jungen Logistiker*innen einen Rahmen zu bieten, in dem sie sich vernetzen und gemeinsam an Ideen und Aktionen für eine nachhaltigere Logistik schmieden können. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) hat „Nachhaltig gestalten – Winning the Next Decade“ zu ihrem Jahresmotto 2020 erhoben und möchte auch den Impulsen aus der jüngeren Generation Raum geben.

„Bei den jüngeren Logistiker*innen gibt es ein großes Bedürfnis, die Logistik nachhaltiger und damit zukunftsfähiger zu gestalten, dem können sich die Unternehmen nicht verschließen“, findet Marius Roy, BVL-Projektmanager für den Bereich Inhalte/Wissen/Forschung, der die Initiative mitgestartet hat. Und seine Kollegin und Mitstreiterin Kirsten Schröder, die im BVL-Mitgliederservice für Studierende und Young Professionals zuständig ist, fügt hinzu: „Außerdem stecken die Jüngeren noch nicht so sehr in den starren Strukturen fest. Sie gehen unverbraucht an das Thema und Format heran und sind offen dafür, auch mal mit radikaleren Ideen zu experimentieren und ungewöhnliche Richtungen einzuschlagen.“

Warum machst du bei Logistics4Future mit?
Mich interessiert, was sich ändern muss, damit sich die Logistik zukunftsfest aufstellen kann, und wie insbesondere wir Jüngeren mit unseren Forderungen und Ideen dazu beitragen können.

Was nimmst du aus dem Auftakt-Workshop mit?
Ich habe eine große Aufbruchsstimmung wahrgenommen und sehr viel Energie aus diesem ersten Treffen gezogen. Und auch eine erneute Begeisterung für die Logistik – es war total gut zu erleben, dass es noch so viele andere junge motivierte Leute gibt, mit denen man gemeinsam etwas bewegen kann. Ich will unbedingt in dieser Gruppe weiter aktiv bleiben und meine Expertise, meinen Hintergrund und meine Ideen einbringen.

 

Luise Bartl (21), Studentin im Master-Studiengang Public Policy an der Hertie School of Governance

Der Auftaktworkshop: Weg vom erhobenen Zeigefinger

Im September 2020 fand der Auftaktworkshop mit 15 Teilnehmenden aus ganz Deutschland statt. Das in kreativen Workshop-Formaten und Design-Thinking-Prozessen erfahrene Team der GfG hatte gemeinsam mit der BVL ein ebenso abwechslungsreiches wie forderndes Programm für die Nachwuchskräfte entwickelt. Dass für die Auftaktveranstaltung nur ein Tag eingeplant war, sorgte für eine zusätzliche Herausforderung. „Am liebsten hätten wir gleich eine ganze Woche Programm mit den Teilnehmenden veranstaltet, angesichts der Größe und Dringlichkeit des Themas“, sagt Marthe Trottnow, Design-Thinking-Spezialistin der GfG. „Durch eine gute Auswahl und Balance bei den Methoden haben wir es aber trotz des engen Zeitrahmens geschafft, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ernsthafter inhaltlicher Auseinandersetzung, Empowerment und Storytelling zu finden.“

„Vor allem wollten wir weg vom erhobenen Zeigefinger“, erklärt Kirsten Schröder. „Was beim Thema Nachhaltigkeit in der Logistik schiefläuft, das ist ja gerade den Jüngeren schon bewusst. Stattdessen wollten wir gemeinsam an Lösungsansätzen arbeiten und überlegen, wie man diese an die Verantwortlichen in den Unternehmen und der Politik herantragen kann.“

Vielfalt bei den Methoden, Perspektiven und Lösungen

Bei den Teilnehmenden kam das gut an. „Im Logistikstudium wird immer noch viel zu wenig über Nachhaltigkeit gesprochen und gelehrt, da ist es umso wichtiger, dass sich Organisationen wie die BVL dieses Themas aufgeschlossen und aktiv annehmen“, weiß Eva Treu, Wirtschaftsingenieurin und studentische BVL-Sprecherin der Regionalgruppe Allgäu/Bodensee, zu schätzen. Der Workshop selbst sei super organisiert und anregend gewesen. „Toll, dass alle Beteiligten so motiviert bei der Sache waren.“

Luise Bartl, die an der Hertie School of Governance in Berlin den Master Public Policy studiert, war vor allem von der Methodik angetan: „Mir hat gefallen, dass wir sehr iterativ und ergebnisorientiert gearbeitet haben und die Fragestellungen aus ganz verschiedenen Perspektiven betrachten konnten.“ Ähnlich ging es Carsten Umerle, Student im Master-Studiengang Transport und Logistik Management an der Hochschule Heilbronn: „Es ist deutlich geworden, dass das Thema diverse gesellschaftliche Gruppen mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Bedürfnissen betrifft.“

Warum machst du bei Logistics4Future mit?
Die Logistik ist gerade an einem Punkt, wo viele wichtige strategische Grundsatzentscheidungen getroffen werden müssen, etwa bei der Frage, wie wir die Supply Chains von morgen, vor allem auch in Innenstädten, gestalten können. Und an diesen Grundsatzentscheidungen, da möchte ich gerne mitwirken.

Was nimmst du aus dem Auftakt-Workshop mit?
Das Wichtigste, das sich für mich herausgestellt hat, ist die Erkenntnis, dass es nicht den einen richtigen Weg für die Zukunft gibt, sondern dass in dieser Debatte verschiedene Faktoren gleichberechtigt sind und dass wir Kompromisse brauchen, wie so oft im Leben.

 

Carsten Umerle (25), Student im Master-Studiengang Transport und Logistik Management an der Hochschule Heilbronn

Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Ideen und Lösungsansätzen wider, die die Teilnehmenden gemeinsam entwickelten und diskutierten. Der Workshop bot Raum, um verschiedene Aspekte von Nachhaltigkeit und mögliche Implikationen für die Logistik zu betrachten. Das Ergebnis ist ein Forderungskatalog, der gleichermaßen die ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen von Nachhaltigkeit berücksichtigt.

Die Ergebnisse werden auf dem Deutschen Logistik-Kongress präsentiert

Darüber freut sich besonders Nele Traichel. Die studentische Sprecherin der BVL Regionalgruppe Sachsen-Anhalt darf die Ergebnisse aus dem Workshop auf dem diesjährigen Deutschen Logistik Kongress präsentieren. Sie hatte vor ziemlich genau einem Jahr den Stein für die Initiative Logistics4Future ins Rollen gebracht: Auf dem damaligen Deutschen Logistik-Kongress fand sie das Thema Nachhaltigkeit unterrepräsentiert und wandte sich deshalb an die BVL. Dort nahm man die Kritik sehr ernst und holte die Studentin kurzerhand für Logistics4Future mit an Bord. „Gerade für die Jüngeren ist es oft schwer, eine Bühne für ihre Anliegen zu bekommen“, sagt Marius Roy. „Das wollen wir mit unserer Initiative ändern.“

Ein Film, der herausfordert

Dass sie ihre Inhalte direkt auf einer so großen Bühne wie dem Deutschen Logistik-Kongress vorstellen dürfen, hatten die Teilnehmenden des Auftakt-Workshops nicht erwartet. „Ich hatte ein bisschen die Befürchtung, dass wir zwar im Workshop gut zusammenarbeiten, aber das Erarbeitete dann doch in unserer Gruppe verbleibt“, gibt Luise Bartl zu. Aufmerksamkeit für ihre Anliegen versprechen sie und die anderen sich aber nicht nur angesichts des Publikums, sondern auch wegen der Präsentationsform: Auf dem Workshop haben sie einen Kurzfilm für den Kongress gedreht, der die Forderungen der Logistics4Future aufmerksamkeitsstark überliefert. „Unser Film spiegelt genau den Spirit des Workshops wider“, freut sich Carsten Umerle. „Er fordert heraus, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern indem er klar macht, dass wir unsere Ziele nur gemeinsam mit den Unternehmen und der Gesellschaft erreichen können – wir alle sind also gefragt!“

Das Wichtigste ist das Netzwerk

So groß die Freude über den Film und die Präsenz auf dem Kongress ist – es gibt noch etwas Wichtigeres, das die Initiator*innen und Teilnehmenden von Logistics4Future aus dem Auftakt-Workshop mitnehmen. „Dieses Zusammenfinden als Gruppe im Rahmen des Workshops, das hat ganz viel Mut und Energie freigesetzt“, so das Fazit von Luise Bartl. „Es war super, endlich mal mit anderen jungen Logistiker*innen zusammenzuarbeiten, die das Thema Nachhaltigkeit interessiert“, stimmt Eva Treu zu. Und Nele Traichel ergänzt: „Das Wichtigste ist, dass dieses Netzwerk entstanden ist, dass wir diese Gruppe zusammengebracht haben aus jungen Leuten, die in der Logistik etwas verändern wollen.“

Warum machst du bei Logistics4Future mit?
Ich wollte mit anderen jungen fachkundigen Leuten an einem Thema zu arbeiten, das uns alle betrifft und zu dem die Logistik einen erheblichen positiven Beitrag leisten kann.

Was nimmst du aus dem Workshop mit?
Um das Thema Nachhaltigkeit in der Logistik wirklich voranzubringen, reicht es nicht, eine Abschlussarbeit an der Uni zu schreiben – es muss immer und immer wieder in den Unternehmen und auch in der Gesellschaft thematisiert und ganz aktiv angegangen werden. Für mich selbst heißt das: Nicht aufgeben und nicht locker lassen, sondern immer wieder die anderen damit konfrontieren.

 

Eva Treu (27), Wirtschaftsingenieurin und studentische BVL-Sprecherin der Regionalgruppe Allgäu/Bodensee

 

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